02.05.2026 | 1:1 endete am Sonntag in Gemünden das Match zwischen der FVGS und der FV Steinfeld/Hausen-Rohrbach. Aus meiner Sicht ein gerechtes Ergebnis, da den beiderseitigen Spielanteilen entsprechend.
Die erste Torannäherung (10. Minute) hatten zwar die Gäste. Trotzdem waren in der 1. Halbzeit bis auf die 5 Minuten vor der Pause die Unsrigen am Zug. Folgerichtig erzielten sie in der 33. Min. auch das 1:0. Eher überraschend gelang den Auswärtigen in der 44. Min. das 1:1. In die 2. Halbzeit kamen die dann besser, waren bis zur 60. Min. in ihren Aktionen zielgerichteter. Ab da sind unsere Männer wieder gleichauf. Beiden Teams fehlt es jetzt allerdings an Präzision im Kombinationsspiel. Man ist zudem beidseitig darauf bedacht, keinen weiteren Treffer zu kassieren, arbeitet sich aneinander ab.
Der Himmel meinte es am Sonntag gut mit Akteuren und Zuschauenden. Die Sonne schien dauerhaft. Trotzdem war es für die Kicker nicht zu warm. Der Rasen war in ordentlichem Zustand, sah von außen jedoch besser aus, als er tatsächlich war.
Schiedsrichter der Partie war der erfahrene Jimmy Genheimer aus Würzburg, bei der Feier „100 Jahre Fußball im ESV“ Unparteiischer im Jubiläumsspiel ESV Gemünden - AH Bayer Leverkusen. Er zeigte die gewohnt souveräne, unaufgeregte Spielleitung, war wie sonst mit Pfiffen sparsam. Beide Teams machten es ihm auch leicht, gingen, was den Einsatz betraf, sehr fair miteinander um. Es gab im ganzen Match nur eine einzige gelbe Karte (!).
Halbzeitstand bereits der Endstand
Unsere Leute kommen gut in die Partie, haben bis zur 20. Min. zwei gute Tormöglichkeiten durch Stoßstürmer Tim Strohmenger und Angreifer Artur Jurkin. Beide Male geht der Ball knapp am Kasten vorbei. Bei einer weiteren guten Chance in der 25. Min. hat Mittelfeld-Akteur Moritz Strohmenger Pech, als ihm in aussichtsreicher Position ein schöner Flankenball über den Kopf streicht. Die 1. Ecke im Spiel gibt es in der 28. Min.. Für die Steinfelder. In der 35. Min. das 1:0 für unsere Farben. Nach einem langen Diagonalball kommt Artur rechts außerhalb des Strafraums an die Kugel, setzt sich im Zweikampf durch. Er passt von rechts parallel zur Torauslinie flach nach innen. Angreifer Tim Hofbauer, einschussbereit mittig an der Fünfmeter-Linie, lässt den Ball absichtlich durch, der so zu dem völlig freistehenden, hinter ihm auf gleicher Höhe postierten Moritz Strohmenger gelangt, der mit rechts mühelos flach einnetzen kann. In der 39. Min. eine weitere schöne FVGS-Kombination, beginnend in der eigenen Hälfte und über mehrere Stationen, die aber mit Abseits endet. In den 5 Minuten vor der Pause werden dann plötzlich auch die Gäste torgefährlich. Ihre ersten beiden Gelegenheiten, eine davon todsicher, vergeben sie noch. Bei der dritten passt es dann. Ihrem linken defensiven Außenbahnspieler gelingt per Volleyschuss der Ausgleich. Der Treffer hat aber ein „Geschmäckle“. Vorausgegangen ist nämlich folgendes: Wegen Verletzung eines gegnerischen Spielers spielen die Unsrigen die Kugel etwa Mitte der FVGS-Hälfte ins Seiten-Aus. Und erwarten, dass der das Spiel mit Einwurf fortsetzende Steinfelder, wie es sich in einem solchen Fall gehört, das Leder zurückgibt. Doch das tut der nicht. Er wirft stattdessen den Ball zu einem seiner Mitspieler, der einen Spielzug einleitet, an dessen Ende Momente später der 1:1-Ausgleichstreffer fällt.
Genauso passiert auch schon in der Bundesliga. Am letzten Spieltag der Saison 1995/1996 in der 82. Min. im Match Bayer Leverkusen - 1. FC Kaiserslautern. Damals verstieß ein Bayer-Spieler bei einem Einwurf in derselben Weise wie der Steinfelder gegen das Fairplay, war damit Ausgangspunkt des Angriffs, der zum Leverkusener 1:1-Ausgleich führte. Da es dabei bis zum Ende blieb, hielt Bayer die Bundesliga, der FCK stieg ab.
Die 2. Halbzeit verläuft dann ausgeglichen, auch was die Anzahl der wirklich guten Möglichkeiten betrifft. Beide Seiten haben je 3 davon. Der Gegner in der Zeit bis zur 60. Minute, wir danach bis zur 80. Minute. Ab da passiert hin- und herüber nicht mehr viel.
Fazit:
- Unsere Leute taten in der Partie, was sie konnten. Schwach war - nicht zum ersten Mal - die Spieleröffnung. Sie erfolgte wiederholt zu zögerlich, weil hinten zu viel quer gespielt wurde, was jedoch auch daran lag, dass es im FVGS-Mittelfeld und -Angriff nicht immer Anspielmöglichkeiten gab. Folge: Die Steinfelder hatten zu oft Zeit, sich defensiv zu sortieren.
- Als langjähriger Beobachter von Spielen zwischen beiden Mannschaften wollte man seinen Augen nicht trauen. Die Gäste traten sichtbar weniger „körperlich“ auf als sonst. Sie agierten vor allem in der 1. Hälfte unerwartet, da ungewohnt, verhalten und vorsichtig.
Beiden Teams war anzumerken, dass die Saison Kraft gekostet hat, man auf der letzten Rille läuft.



