21.04.2026 | Mit 5:3 (2:3) gewann unsere weiterhin ersatzgeschwächte Erste am Sonntag in Seifriedsburg am Ende verdient ihr fünftes Heimspiel in Serie. Gegner war der Tabellenfünfte SV Veitshöchheim.

Die Partie war, insgesamt betrachtet, gutklassig, wurde von beiden Seiten intensiv geführt, mit am Ende 8 Toren und weiteren Torszenen hüben wie drüben. Nach einem FVGS-Sieg sah es beim Pausenpfiff jedoch noch gar nicht aus. Da lagen  nämlich die Gäste trotz zweimaliger Führung von uns mit 2:3 vorn. Verdient. Hatten es aber versäumt, ihre spielerischen Vorteile in weitere Tore umzumünzen, hochkarätige Torgelegenheiten liegengelassen. Das rächte sich im  2. Abschnitt. Die Unsrigen, ab da voll dabei, auch im Kopf, kamen über den Kampf ins Spiel. Stoßstürmer Tim Strohmenger, am Sonntag mit einem „Sahne“-Tag, sorgte mit seinem 3. Tor in der 58. Minute für die dritte FVGS-Führung im Spiel. In der Zeit danach waren unsere Männer dann mehr spielbestimmend als die Auswärtigen. Die Entscheidung fiel schließlich mit dem 5. FVGS-Treffer in der Crunchtime.  

Die Veitshöchheimer stellten sich als offensivstarkes Team vor, in dem kleingewachsene quirlige Angreifer vornehmlich in der 1. Hälfte schnell und passsicher kombinierten und überaus torgefährlich waren. Vieles ging da für unsere Defensive zu schnell. Man war zu oft nicht nah genug am Mann, kam schlecht in die Zweikämpfe. Bereits in diesem Abschnitt wurde allerdings auch sichtbar, dass die gegnerische Hintermannschaft nicht schnell genug war, wenn Tim S. klug angespielt, ordentlich auf die Reise geschickt wurde. Allen FVGS-Treffern außer dem zweiten gingen solche Spielzüge voraus. In dem Maß, in dem sich unsere Leute in den zweiten 45 Minuten steigerten, ließen die Gäste nach. Sie kamen nur noch selten in ihr schnelles Kombinationsspiel, waren dadurch spürbar weniger torgefährlich.  

In der 42. Min. schossen die Auswärtigen ein umstrittenes 4. Tor, dem der Unparteiische sehr zu ihrem Missfallen wegen Abseits die Anerkennung verweigerte. Eine Schlüsselszene im Spiel. Wer weiß, ob es unserer Elf gelungen wäre, einen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen. 

Das Wetter am Sonntag war für Fußballspieler gut geeignet. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Für die Zuschauenden war es zu wenig frühlingshaft, eher herbstlich. Der Rasen war ordentlich bespielbar. 

Beide Mannschaften gingen fair miteinander um. Das machte dem mutmaßlich erfahrenen Schiedsrichter die Spielleitung eigentlich leicht. Trotzdem gab es immer wieder Szenen, in denen eine Seite mit einer Entscheidung bzw. „Nicht“-Entscheidung nicht einverstanden war. Als unser Ausgleich zum 3:3 fiel, lag ein gegnerischer Akteur an der Mittellinie verletzt am Boden. Weil unsere Offensive, die das durchaus nicht mitbekommen haben musste, weiterspielte, den Ball nicht ins Aus schoss, klagten die Veitshöchheimer anschließend über fehlendes Fair-play unserer Elf.  

Rückstand bei Halbzeit 

Die Gäste legen los wie die Feuerwehr, sind bereits in der 1. Min. torgefährlich. Das 1:0 schießen jedoch wir. Bei der der 1. FVGS-Angriffsaktion in der 2. Min. passt Käpt´n Jan Vogt noch aus der eigenen Hälfte flach zu Tim Strohmenger. Der, da links im gegnerischen Mittelfeld unterwegs, nimmt die Kugel gekonnt mit. Nach Spurt dringt er links in den Strafraum ein, umläuft den herauskommenden Torwart und netzt aus etwa 5 m mit links ein. Danach sind die Auswärtigen am Drücker, haben mehrere Torgelegenheiten, zielen aber ungenau oder scheitern an unserem gut reagierenden Goalie Marcel Jamil. Es dauert deshalb bis zur 22. Min., bis der Ausgleich fällt. Überraschend gelingt Angreifer Artur Jurkin in der 26. Min. dann das 2:1. Nach Zweikampf plus Dribbling ist er rechts außen in der Nähe der Eckfahne angekommen, wagt von dort einen Schuss mit rechts (!) in Richtung Kasten. Kaum vorstellbar gelangt sein Ball irgendwie über den wohl überraschten groß gewachsenen Torwart hinweg oder an diesem vorbei und findet am langen Pfosten den Weg ins Dreieck. Ein Schuss, wohl eher aus der Not geboren, ein Kunstschuss, falls so gewollt. Egal. Danach geht es wieder mehr in Richtung FVGS-Tor. Folgerichtig erzielen die Veitshöchheimer mit Doppelschlag in der 33. und 34. Min. Ausgleich und Führung. Ab da kommen dann auch die Unsrigen besser ins Spiel, haben aber Glück, dass der 4. gegnerische Treffer nicht anerkannt wird.  

Die Halbzeitführung der Veitshöchheimer ist verdient. Sie sind bis dahin in der Spielanlage besser, haben mehr Torchancen als wir.     

Sieg des Willens 

Auch die 1. Torannäherung nach der Pause haben die Gäste. In der 51. Min. gelingt Tim Strohmenger dann allerdings schon der Ausgleich zum 3:3. Wie bei seinem 1. Treffer wird er links geschickt, diesmal auf Zuspiel von Angreifer Tim Hofbauer. Nach Gewinn eines Laufduells dringt Tim S. in den Strafraum ein, zieht die Kugel am herauskommenden Torwart vorbei aus etwa 8 m mit links flach ins lange Eck. Ab da sind unsere Männer richtig drin in der Partie, beginnen, sie auf ihre Seite zu ziehen. Die Gegner lassen nach. In der 58. Min. bringt uns Tim Strohmenger mit seinem 3. Treffer an diesem Tag mit 4:3 in Führung. Erneut auf  flaches, diesmal diagonales Zuspiel von Tim H. dringt er wieder von links kommend in den Strafraum ein, verwandelt (Dublette zum 3:3) wieder aus etwa 8 m mit links flach ins lange Eck. Mehr Abschlüsse haben jetzt wir, darunter in der 79. Min. ein Freddy-Lippert-Kopfball an die Querlatte nach Ecke von rechts. In der 85. Min. dann die Entscheidung. Tim S. läuft an der Außenbahn rechts allen davon, passt präzise flach nach innen, wo Tim Hofbauer, da mittig unterwegs, aus kurzer Entfernung mit rechts zum 5:3 einschieben kann. Das war´s. 

Im 2. Abschnitt sind wir aktiver, haben mehr Tormöglichkeiten als der Gegner.  

Fazit: 

  • Erneut ein offensiv spielstarkes Team (aus meiner Sicht diesbezüglich das bislang stärkste in dieser Runde) über Willen und Kampf ausgehebelt und bezwungen. Alle Mannschaftsteile incl. Torhüter am Ende gleichermaßen am Sieg beteiligt. 

Chapeau!  

  • Lieber Tim S., schade, dass man in der nächsten Saison Tore nach Spielsituationen, wie sie den Treffern 1 sowie 3 bis 5 vorausgingen, „auf´m Berch“ und in „Gemünne“ deutlich seltener sehen wird. Für Menschen mit Freude an gepflegtem Konterfußball ein echter Verlust.