17.10.2021 | Nach dem enttäuschenden 0:5 gegen Mitaufsteiger Buchbrunn/Mainstockheim musste man im Duell mit dem Spitzenreiter ASV Rimpar das Schlimmste befürchten. Doch die FVGS zeigte defensiv eine engagierte Leistung und machte es dem Favoriten mächtig schwer, den Dreier vom Seifriedsburger Berg zu holen. Ein Eigentor und ein satter Schuss nach einem zweifelhaften Zweikampf machten den Auswärtserfolg des Landesliga-Absteigers perfekt. Offensiv hatte die Heimelf leider quasi nichts aufzubieten.

FVGS lässt nur wenige Großchancen zu

Die Mannschaft des rotgesperrten Spielertrainers Jens Fromm sortierte sich erstmals mit Fünferkette gegen den Ligaprimus. Im Zentrum verteidigte neben Kapitän Jan Vogt und Routinier Lukas Lutz noch Youngster Florent Mehana, während Co-Spielertrainer Steffen Lehofer und Edgard Sack die Außenbahnen absicherten. Davor verteidigte die FVGS mit einer Viererkette und hatte nur David Vogt als Prellbock in der Spitze platziert.

Die defensive Ausrichtung der FVGS hatte zur Folge, dass der ASV Rimpar sehr hohe Ballbesitzanteile hatte und das Spiel bestimmte. Die Ballgewandtheit und Dynamik des Spitzenreiter war schnell zu erkennen und ein frühes Gegentor war zu befürchten. Der ASV schaffte es aber nicht, seine eher klein gewachsenen Stürmer in Position zu bringen. Man kam zwar zu Chancen, doch echte 100%er waren nicht dabei.

Nach knapp einer Viertelstunde trauten sich auch mal die Roten von der FVGS nach vorne. Edgard Sack hatte einen der wenigen Abschlüsse im gesamten Spiel, zielte aber zu hoch. In der Folge kam die FVGS besser ins Spiel und schaffte es, das Angriffsspiel des ASV weitestgehend zu neutralisieren. Das Zweikampfverhalten war gut und die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen ließen nur wenig Raum für kreative Rimparer Angriffe. Das Umschaltspiel in die Spitze klappte dagegen nicht gut, weil man die Bälle nicht festmachen konnte bzw. die Gegenangriffe oft erst gar nicht bei David Vogt oder den aufrückenden Robert Erfurt und Leonard Mehana ankam.

Während sich Rimpar quasi permanent in des Gegners Hälfte aufhielt, gelang dies der Fromm-Elf nur selten. Ein Schuss von Robert Erfurt geriet deutlich zu hoch. Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte dann Rimpars Johan Brahimi, der eine punktegenaue Flanke von rechts aus drei Minuten nicht über die Linie drücken konnte. Daher ging es etwas glücklich, aber nicht unverdient mit 0:0 in die Halbzeitpause.

Lutz trifft ins eigene Netz

Nach der Pause musste Rimpar logischerweise zwingender werden, während die FVGS ihren Stil weiterbehalten und sicher stehen wollte. Dies gelang auch, bis Unglücksrabe Lukas Lutz in Erscheinung trat und den eigenen Keeper überwand. Eine Flanke von rechts wollte der Innenverteidiger klären. Doch der Ball rutschte ihm beim Klärungsversuch über den Scheitel und der verlängerte Ball landete im langen Eck. Das Zustandekommen des Gegentreffers war bitter, die Führung für den ASV auf Grund der Dominanz aber doch folgerichtig.

Noch aber änderte die FVGS ihre Taktik nicht. Gelegentlich ging man etwas mehr in die Offensive, aber die Angriffe verebbten stets weit vor dem Rimparer Tor. Die wenigen, aber besseren Chancen hatte der ASV. Einen Freistoß von Marco Kramosch konnte Philipp Ködel noch parieren. Beim Schuss des gleichen Spielers drei Minuten vor dem Ende war der Schlussmann aber machtlos. Allerdings fiel der Treffer unter zweifelhaften Umständen, denn der Schütze hatte sich im Zweikampf wohl mit unlauteren Mitteln durchgesetzt und Gegenspieler Lutz mit der Hand im Gesicht getroffen. Der Seifriedsburger Abwehrmann ging durch den Schlag zu Boden, so dass Kramosch Zeit hatte, um souverän einzuschießen.

Das 0:2 war natürlich die Entscheidung in einem Spiel, in dem die FVGS defensiv einen klaren Aufwärtstrend erkennen ließ, offensiv aber eigentlich keine einzige Chance hatte. Man machte Rimpar das Leben schwer, so dass diese hart für die angestrebten drei Punkte arbeiten mussten. Die FVGS muss ihre Punkte wohl gegen andere Gegner holen. Die nächste Chance hat man am kommenden Sonntag in Frammersbach. Doch dort dürften die Trauben mindestens ähnlich hoch hängen wie heute gegen den Tabellenführer.