14.09.2021 | Mit etwas Glück, letztlich aber verdient gewann unsere Erste am Sonntag, 12.09.2021, in Gemünden gegen die bis dahin noch ungeschlagenen, favorisierten Gäste von der DJK/TuS (Aschaffenburg-) Leider mit 3:2 und fuhr damit den ersten Bezirksliga-Dreier ein. Das ganze Spiel über hatte der Tabellenzweite aus Leider mehr Ballbesitz und auch spielerische Vorteile. Am Ende gab das aber nicht den Ausschlag.

Entscheidend war stattdessen der leidenschaftliche Einsatz, die Lauf- und Kampfbereitschaft unserer Spieler. Im Gegensatz zur unglücklichen Niederlage am Vorsonntag in Wasserlos war Spielertrainer Jens Fromm diesmal dabei, neben Abwehrchef Lukas Lutz die Schlüsselfigur in der Defensive unserer Elf. Aber nicht nur diese beiden, nein, alle unsere Feldspieler sorgten mit großem Einsatz dafür, dass es wenig Räume für das Offensivspiel der Gäste gab, die deswegen nicht sehr oft bis in den Sechzehner hinein kombinieren konnten. Und nach vorne schalteten die Unsrigen schnell um, konterten einige Male ansehnlich, beim 1:0 und 3:1 erfolgreich.

Rasen und Wetter waren gestern ideal. Jedenfalls für Zuschauer, gerade auch was die „3. Halbzeit“ betraf. Die meisten Spieler hätten jedoch sicher nichts dagegen gehabt, wenn die Sonne etwas schwächer, die Temperaturen etwas niedriger gewesen wären. Die Partie war insgesamt fair. Die Spieler gingen ordentlich miteinander um. Das souveräne Schiedsrichtergespann hatte eine einfache Aufgabe. Knifflige Situationen waren praktisch nicht zu entscheiden.

1:1 zur Pause

Die Gäste versuchten von Beginn an, das Kurzpassspiel aufzuziehen, das sie im Laufe des Spiels zeitweise zeigen konnten. Doch bereits in dieser Anfangsphase war ersichtlich, dass unsere Männer die Räume durch läuferischen Einsatz und ordentliches Verschieben sehr eng machen konnten mit der Folge, dass der Gegner nicht richtig in sein Spiel kam. Die erste Torannäherung überhaupt hatten die Männer aus Leider (6. Minute). In der 12. Min. dann aber schon der Konter zum 1:0 für unsere FVGS durch Co-Spielertrainer Steffen Lehofer. Nach Balleroberung in der eigenen Hälfte wird er mit Flachpass auf die Reise geschickt. Er, da ca. 30 m rechts in der gegnerischen Hälfte unterwegs, nimmt Ball und Geschwindigkeit mit, geht rechts am herausstürzenden Torwart vorbei und vollstreckt ungefähr auf Höhe der Fünfmeterlinie mit rechts aus spitzem Winkel flach und diagonal ins leere Tor. Im Gegenzug, beim ersten Gäste-Angriff nach dem 1:0, allerdings schon der Ausgleich (13. Min.). Nach einer Kombination über mehrere Stationen kommt ein TuS-Routinier im Strafraum zum Schuss und netzt souverän ein. Dazu bereits an dieser Stelle: Es war dies das einzige Mal, dass sich der Gegner durchkombinieren und erfolgreich abschließen konnte. In der 16. Min. noch eine FVGS-Großchance: Angreifer Robert Erfurt kommt am langen Pfosten an den Ball und schießt ins kurze Eck. Ein gegnerischer Abwehrspieler kann aber für seinen Torwart auf der Torlinie retten.

Hochkaräter erspielten sich beide Teams vor der Pause nur wenige. Die Unsrigen waren nach dem 1:1 auf Augenhöhe. Der eingespielte Tabellenzweite nutzte seine spielerischen Vorteile nicht, spielte insbesondere in Tornähe zu kompliziert. Bis zum Sechzehner gab es durchaus ansehnliche Kombinationen. Dort war man aber auch wegen der aufopferungsvollen Defensivarbeit unserer Männer mit seinem Latein am Ende.

3:2 nach 90 Minuten

Die 15 Minuten nach der Pause stehen dann trotzdem ganz im Zeichen der Gäste. Sie machen jetzt richtig Druck. Zwischen der 50. und 60. Min. haben sie mehrere Tormöglichkeiten, vornehmlich durch Kopfbälle, auch ein Abseitstor. Doch dann geht die Partie in Richtung unserer FVGS. In der 60. Min. bringt die TuS-Abwehr die Kugel nicht weg. Folge: Jan Vogt erzielt das 2:1, ein „Willens“-Tor. Unser Käptn, da etwas rechts auf Höhe der Sechzehner-Linie, kommt zwar (nur) mit dem Tor im Rücken an den Ball, schafft es jedoch, sich zu drehen, und mit rechts erfolgreich abzuschließen. Und es kommt noch besser. In der 64. Min. kann Robert Erfurt nach Konter auf 3:1 erhöhen. Nach Balleroberung in der eigenen Hälfte schalten die Unsrigen erneut schnell um. Als Vorletzter in der Kombination kommt der eingewechselte Leonard Mehana an den Ball, spielt Robert Erfurt, der da links in der gegnerischen Hälfte unterwegs ist, intelligent frei. Der nimmt Ball und Geschwindigkeit mit, dringt von links in den Gäste-Strafraum ein. Dort geht er links an einem Abwehrspieler vorbei und vollendet, etwa 8 m von der Torauslinie entfernt, mit links flach und diagonal ins lange Eck. Da die TuS-Spieler jetzt noch offensiver werden müssen, ergeben sich weitere FVGS-Kontermöglichkeiten, die jedoch nicht gut ausgespielt werden. Der Gegner wiederum nutzt auch jetzt seine spielerischen Vorteile nicht. Es wird zwar ab und an auch im Strafraum gefährlich, letztlich allerdings nur selten zwingend. Dazu passend der Anschlusstreffer der Gäste zum 2:3 in der Nachspielzeit (90. + 3), der nicht herausgespielt ist, sondern fällt, weil sich unser Torwart Philipp Ködel nach einem Weitschuss bei einer Abwehr am kurzen Pfosten verschätzt.

Resümee:

Unsere Erste zeigte gestern die beste Mannschaftsleistung seit Zugehörigkeit zur Bezirksliga. Man war konzentriert, lauffreudig, ging an seine Leistungsgrenzen. Die gesamte Mannschaft hielt sich diszipliniert an das vorgegebene taktische Konzept (kompakte Defensive plus Konterspiel), präsentierte sich top. Eigentlich verbietet es sich da, einzelne hervorzuheben. Trotzdem: Die Achse Lukas Lutz (Abwehr), Jens Fromm und Attila Aydogdu (Mittelfeld), Steffen Lehofer (Angriff) war gestern besonders auffällig.