07.09.2021 | Trotz einer 2:0-Führung zur Halbzeit und Überzahl ab der 42. Minute verlor unsere Erste gestern in Alzenau-Wasserlos am Ende 2:4. Die Gastgeber, eine eingespielte, offensiv agierende Truppe, konnten ihre spielerischen Vorteile in der ersten Hälfte nicht ausnutzen, weil unsere Männer diese da noch über Einsatz und Kampf ausglichen und zwei ihrer vier Einschussmöglichkeiten nutzten. Im zweiten Abschnitt war dann alles anders.

Die Hausherren, obwohl ein Mann weniger, zogen nun ziemlich ungestört ein flottes Kombinationsspiel auf, belohnten sich mit vier fein herausgespielten Toren. Was jedoch nur möglich war, weil die Unsrigen defensiv nun alles vermissen ließen, was vor dem Pausenpfiff zu sehen war. Nach zwei erforderlich gewordenen Wechseln war man ab da allzu oft zu weit vom Gegenspieler weg, konnte dadurch die Wasserloser Ballpassagen nicht mehr unterbinden. Zudem wurden unsere letzten Abwehrspieler mehrfach von eigenen Mitspielern im Stich gelassen, weil die ihre Defensivaufgaben nicht erfüllten. Am Ende ein verdienter Heimsieg spielstarker Gastgeber. Der Rasen der herrlichen Wasserloser Anlage war in einem Topzustand. Solange Wolken vor der Sonne waren, waren auch die Temperaturen OK.

Beide Mannschaften spielten fair und gingen insgesamt ordentlich miteinander um. Das erleichterte die Aufgabe des jungen Schiedsrichtergespanns, das die Partie jederzeit im Griff hatte. Es gab nur zwei knifflige Momente, beide in der ersten Halbzeit: Die Situation beim Platzverweis eines Wasserloser Akteurs wegen Unsportlichkeit und der Augenblick nach unserem Tor zum 2:0. Doch dazu unten mehr.

2:0 für die FVGS nach 45. Min.

Im ersten Abschnitt hatten die Hausherren mehr Ballbesitz als unser Team, dazu eine Vielzahl von Ecken, geschätzt mindestens zehn, und vier Hochkaräter. Zählbares schafften sie daraus jedoch nicht. Anders die Unsrigen. Die störten den Spielfluss der Wasserloser erfolgreich, hatten in kniffligen Situationen vor dem eigenen Tor auch Glück. Und waren nach vorne noch effizient, machten aus vier sehr guten Torchancen zwei Tore. Schon in der 1. Min. hatte Jonas Schmitt das erste Tor auf dem Fuß, scheiterte allerdings aus kurzer Entfernung am gegnerischen Torwart. In der 21. Min. dann das 1:0. Jan Vogt schlägt von rechts parallel eine Flanke nach innen, die Co-Spielertrainer Steffen Lehofer aus kurzer Entfernung einköpfen kann. In der 42. Min. die oben bereits angesprochene Rote Karte für einen Wasserloser Spieler. Der belegt im Mittelfeld einen von uns mit unflätigen Worten. Der Schiedsrichter, der in unmittelbarer Nähe steht, hört das und zeigt dem Übeltäter sofort den „roten Karton“ wegen Unsportlichkeit. In der 45. Min. dann das 2:0 für die FVGS. Die gegnerische Abwehr, während der gesamten Partie immer wieder mit individuellen Schwächen und nicht sattelfest, tändelt vor dem eigenen Tor herum. Steffen Lehofer geht resolut dazwischen, erkämpft den Ball und spielt ihn sofort auf Robert Erfurt weiter. Der, da ca. 18 m etwas rechts vor dem Tor, schnickt die Kugel in die Luft, spielt sie sich quasi selbst vor und zieht anschließend volley ab. Der Torwart der Gastgeber, in diesem Moment etwas zu weit vor seinem Kasten stehend, hat keinerlei Abwehrchance. Der optimal getroffene Ball fliegt über ihn hinweg ins Netz, prallt aber von einem direkt hinter dem Tor stehenden Flutlichtmast sofort wieder ins Feld zurück, wo Wasserloser Abwehrspieler zunächst weiterspielen, so als wäre nichts geschehen. Der für diese Spielhälfte zuständige Linienrichter zeigt dem Schiedsrichter jedoch an, dass die Kugel „drin“ war. Der unterbricht, entscheidet auf Tor. Das Spiel wird mit Anstoß fortgesetzt.

2:4 bei Spielende

Die zweite Hälfte beginnt gut für uns. Wir haben die erste hochkarätige Torchance nach Wiederanpfiff. Abwehrspieler Lukas Lutz kommt nach einer Ecke aus kurzer Entfernung zum Kopfball, köpft aber knapp am Tor und am 3:0 vorbei. Ab da übernehmen dann die Hausherren das Kommando, kommen in der 58., 64., 78. und 83. Min. zu ihren vier Toren. Die sind sämtlich fein herauskombiniert, immer über mehrere Stationen herausgespielt. Teilweise wird aus kürzester Entfernung vollstreckt, wie bei einem Hallen-Fußballspiel. Möglich ist dieser ansehnliche Kombinationsfußball, weil die Unsrigen nicht in den Zweikampf kommen, in unserer Hälfte vielfach sehr viel Platz zum Kombinieren ist. Unsere Mannschaft hat zudem im zweiten Abschnitt deutlich weniger Torchancen als der Gegner. Und die werden auch nicht gut ausgespielt.

Resümee:

Sehr ordentliche erste Hälfte, die beste in der Bezirksliga, 2:0 vorne, der Gegner ab der 42. Min. einer weniger. Auf dem besten Weg zum ersten Dreier. Dann der Totalabsturz: Schlechteste zweite Hälfte in der Bezirksliga, insbesondere schlechteste Defensivleistung. Warum? Nicht alle verteidigen mit, gehen läuferisch an ihre Leistungsgrenze. Quittung: Der spielstarke Gegner kommt, obwohl 0:2 im Rückstand und einer weniger, zu vier Toren, dreht das Spiel.