30.08.2021 | Bei Fritz-Walter-Wetter und zur Kirb ins Seifriedsburg traf die FVGS auf den bislang stärksten Gegner in dieser Bezirksliga-Saison. Obwohl die Gäste aus Heimbuchenthal nur mit zwei Ersatzspielern angereist waren und auf Grund der Vollsperrung zwischen Lohr und Gemünden eine kleine Odyssee hinter sich hatten, waren sie der Heimelf spielerisch über 90 Minuten überlegen. Der TSV strahlte Dominanz und körperliche Präsenz aus, die die FVGS zunächst zu beeindrucken schien. Auch in Sachen Lauftempo zeigte man, dass in der Bezirksliga nochmal ein deutlicher anderer Wind herrscht als in der Kreisliga.

Die Elf von Jens Fromm war aber gut eingestellt und wehrte sich tapfer gegen den Ansturm der Gäste. Mit Steffen Lehofer war endlich auch wieder ein erfahrener Stürmer auf dem Platz, der zumindest gelegentlich für Entlastung sorgen konnte und mit Cleverness den einen oder andere Standard in der gegnerischen Hälfte herausholen konnte. Allerdings fehlte ihm etwas die Unterstützung, so dass er nicht selten Einzelkämpfer war. Seine neun Mitspieler im Feld waren fast durchwegs mit Abwehrarbeit beschäftigt und machten ihre Sache sehr gut. Die Zweikampfführung war überzeugend und auch die zu Saisonbeginn gezeigten individuellen Fehler unterliefen dem Team diesmal nicht.

Die Gästeelf, die vor allem aus kleineren, quirligen Spieler bestand nutzte dann die einzige Szene, in der man vor dem Tor von Philipp Ködel nicht ganz im Bilde war. Eine Flanke von rechts rutschte durch und erreichte im Zentrum Kevin Schmitt. Dieser zog direkt ab und traf unhaltbar ins linke Eck, weil der Schuss von Bein von Julian Ködel abgefälscht wurde. Ein bitterer, wenngleich nicht unverdienter Rückstand für die FVGS.

Es war schön zu sehen, dass sich die Mannschaft dann aber selbst aufrichtete und an ihre gute Defensivarbeit anknüpfte. Auch offensiv versuchte man den TSV etwas mehr zu beschäftigen und hatte bald darauf die Riesenchance zum Ausgleich. Nach einem Ausrutscher einen gegnerischen Verteidigers lief Atilla Aydogdu plötzlich ganz alleine auf Heimbuchenthals Keeper Schreck zu. Sein Abschluss war für den Torwart nicht zu halten, allerdings klatschte der Ball an die Unterkante der Latte und von dort ins Feld zurück. Auch ein Pass zum nachgeeilten Steffen Lehofer wäre möglich gewesen. So aber blieb die Megachance ungenutzt.

Die Szene zeigte unserer Elf aber, dass auch gegen den klaren Favoriten durchaus etwas zu holen ist und machte Mut für den zweiten Durchgang.

Nach der Pause sah man Heimbuchenthals Spiel an, dass sie gewillt waren, den Sack zuzumachen. Sie traten ähnlich dominant wie in der Anfangsphase der Partie auf. Stück für Stück nahm der Druck auf das Tor von Philipp Ködel wieder zu. Ein Freistoß aus recht gefährlicher Position, der über den Kasten flog, war aber das gefährlichste, was Heimbuchenthal in dieser Phase zustande brachte. Der TSV musste sich den Vorwurf gefallen lassen, dass man die Überlegenheit nicht in weitere Tore ummünzen konnte und somit die FVGS bis zum Schlusspfiff am Leben hielt. Wie auch schon vor der Pause wehrte sich die Fromm-Elf tapfer gegen die anrennenden Gäste und verdiente sich für ihr geschicktes Verschieben und den unbändigen Einsatz ein großes Lob.

Nicht selten sind Spiel schon gekippt, weil eine Mannschaft das Spiel nicht vorzeitig entscheiden konnte. Zwar hatte die FVGS nochmals Glück als ein Heimbuchenthaler Freistoß nur an die Latte klatschte, doch vielmehr ließ die Defensive der Hausherren nicht mehr zu. In der Endphase wurden vermehrt lange Bälle geschlagen, um für einen Lucky Punch zu sorgen, doch die kopfballstarke Innenverteidigung der Gäste ließ da kaum etwas anbrennen. Ein paar Freistöße hätte in den letzten Minuten zwingend durchdachter und konzentrierter ausgeführt werden müssen, dann wäre der Ausgleich vielleicht noch drin gewesen. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass sich nicht wirklich eine Chance dazu bot.

Nach dem Heimbuchenthal merkte, dass die vorzeitige Entscheidung verpasst wurde, verlegte man sich auf die Defensivarbeit, um per Konter das 0:2 zu erzielen. Und genau so kam es. Die FVGS warf in der Nachspielzeit alles nach vorne und kassierte das zweite Gegentor durch Lukas Retsch. Zwei FVler sprachen sich nicht ab und gingen beide zu zögerlich zum Ball, Retsch nutzte das aus, sprintente dazwischen und überlief auch den herausgeeilten Philipp Ködel, der richtigerweise nicht voll durchzog, um keine rote Karte zu riskieren. Das Einschieben ins leere Tor war dann nur noch Formsache.

Am Ende bleibt eine verdiente Niederlage für die FVGS, die sich aber sehr teuer verkaufte und dem Favoriten bis zum Schluss Paroli bot. Schafft man es in der Zukunft, offensiv präsenter und folglich auch zwingender zu werden, dürfte der erste Saisonsieg bald gelingen. Defensiv hat man sich nämlich stabilisiert und macht es den gegnerischen Stürmer mittlerweile sehr schwer.