1:0 gewannen die Gäste aus Esselbach/Steinmark gestern in Gemünden gegen unsere Erste. Dabei musste die ohne Spielertrainer Jens Fromm und auch mehr als 60 Minuten ohne Top-Torschützen Markus Mjalov auskommen, der unter der Woche erkrankt war. Das 0:1 war überhaupt das erste Spiel in dieser Saison, in dem unserer Elf kein Tor gelang. Gleichzeitig war es auch die erste Partie, in der man zu Hause keinen Punkt holte.

Die Esselbacher waren der erwartet schwere Gegner, der eindrucksvoll unter Beweis stellte, warum er an den letzten 7 Spieltagen 6-mal gewonnen, 1-mal unentschieden gespielt, da sogar einen Punkt mehr geholt hatte als die Unsrigen. Über das ganze Spiel gesehen gab es für beide Mannschaften nur wenige echte Torchancen. Man neutralisierte sich weitgehend. Eigentlich (und auch uneigentlich) war das Ganze eine Unentschieden-Partie, die die Gäste letztlich verdient gewannen. Sie waren über das ganze Spiel gesehen präsenter, wollten den Dreier mehr als die Unsrigen.
Trotz der Niederlage ist unsere Erste weiterhin Tabellenführer, hat 43 Punkte und ein Torverhältnis von 54:21. Der Vorsprung zu den Verfolgern ist allerdings etwas geschrumpft.
Die Zuschauerzahl (95) macht deutlich, dass gestern kein „Fußballwetter“ war. Es war zu kalt. Der Himmel blieb das ganze Spiel über bedeckt. Richtiges Herbstwetter halt. Zudem war der Rasen, obwohl es während der Partie nicht regnete, wegen der Niederschläge unter der Woche rutschig und deswegen schwer bespielbar.
Der Unparteiische pfiff sicher, bot bis auf eine Situation im 1. Abschnitt eine souveräne Leistung. Da pfiff er einmal abseits gegen die FVGS, weil er einen weit hinter unserem Angreifer stehenden Esselbacher Abwehrspieler schlichtweg übersehen hatte. Insgesamt trat der Schiedsrichter ruhig auf, wirkte auf die Akteure beruhigend ein, löste vieles über eine lockere Kommunikation. Entgegen kam ihm, dass beide Mannschaften das ganze Spiel über ordentlich miteinander umgingen.

0:1 schon nach 10 Minuten

Die gegnerische Mannschaft, eine fußballerisch und mannschaftstaktisch hervorragende Truppe, war von Anfang an präsent, betrieb intensives Pressing schon in der FVGS-Hälfte, spielte nach Balleroberung schnell nach vorne. In der 3. Minute hatten die Esselbacher, in der 5. Min. dann die Unsrigen die erste Torannäherung. In der 7 Min. die erste echte Torchance für uns. Der Unparteiische pfeift rechts diagonal ca. 22 Meter vor dem Tor Freistoß für uns. Artur Jurkins Ball geht knapp rechts am Tor vorbei. I der 10. Min. dann schon das Tor des Tages. Wie bei drei Toren beim „Tag der offenen Tür“ im Spiel gegen Karlstadt bringt unsere Defensive die Kugel nicht aus der Gefahrenzone vor und im Strafraum. Dreimal hat man Gelegenheit zu klären, schafft dies jedoch nicht. Diese „Einladung“ nutzt schließlich ein gegnerischer Mittelfeldspieler, der die Kugel aus ca. 12 Metern stramm und hoch mittig in den Kasten drischt. Auch danach kommt unsere Elf nicht ins Rollen, lässt sich das Esselbacher Spielkonzept aufzwingen. Viel spielt sich im Mittelfeld ab, wo der Gästespieler mit der Nummer 7 das Heft in der Hand hat. Echte Tormöglichkeiten gibt es hin- und herüber nicht viele. Die beste hat der Gegner in der 23. Min..

Steigerung erst nach 70 Minuten

Auch unmittelbar nach dem Wiederanpfiff spielt sich die Partie weiter im Mittelfeld ab. Beide Mannschaften haben jeweils 2 Torchancen. Unsere beste kann Tim Strohmenger leider nicht nutzen. Er kommt nach einer Ecke am Elfmeterpunkt zum Kopfball, verzieht knapp. In der 69. Min. wird dann Markus Mjalov eingewechselt. Robert Erfurt, bis dahin sein Vertreter vorne links, spielt von da an auf der 8. Die Unsrigen kommen nun besser ins Spiel, machen Druck, entwickeln mehr Tordrang als zuvor. Die Gäste, die möglicherweise auch ihrer kraftraubenden Taktik Tribut zollen, lassen jetzt etwas nach. Nach vorne kommen sie nur noch ab und an. Dies hat aber nicht zur Folge, dass die Unsrigen mehr Tormöglichkeiten haben als zuvor. Auch jetzt sind solche hin- und herüber rar. Unsere beste hat Artur, der in der 78. Min. nach einem Querschläger im Strafraum an den Ball kommt. Sein Schuss wird zur Ecke gelenkt. In der 89. Min. gibt es dann die letzte Möglichkeit für uns. Nach einer Ecke daddelt die gegnerische Abwehr im Strafraum herum. 3 FGVS-Akteure kommen an den Ball, versuchen. abzuschließen. Alle Schüsse werden abgeblockt, bleiben erfolglos.

Fazit:

- In der gestrigen Partie spielte unsere Erste nicht ihren besten Fußball. Sie trat nicht selbstbewusst auf, wirkte in der 1. Hälfte eingeschüchtert. Hinten und im Mittelfeld kam man mit dem laufintensivem, regelmäßig in der Mitte der FVGS-Hälfte beginnenden Pressing der Gäste nicht zurecht. Man hatte schon da wenig Raum, dadurch wenig Zeit, den Ball ordentlich zu verarbeiten, konnte deswegen nur ganz selten nach vorne kombinieren. War man dann doch mal in der gegnerischen Hälfte, war das Passspiel zu ungenau. Folge: Unsere Angreifer bekamen nur wenige verwertbare Zuspiele, blieben daher stumpf. Insgesamt, insbesondere im 1. Abschnitt kamen die Unsrigen auch nicht richtig in die Zweikämpfe. Die Esselbacher, die mannschaftlich wie aus einem Guss spielen, waren bis auf die Zeit nach der 60. Min. durchwegs wacher, handlungsschneller. Sie zeigten außerdem, dass sie aus der 3:6-Niederlage im Hinspiel die richtigen Schlüsse gezogen hatten: Sie wollten unser Kombinationsspiel unterbinden, FVGS-Abschlussmöglichkeiten erst gar nicht entstehen lassen. Dies gelang.
- Noch in keinem Saisonspiel hatte der Berichterstatter weniger Torchancen unserer Elf zu notieren als gestern.
- Sicher, unsere Erste hat gestern verloren. Es war dies aber erst die zweite Saison-Niederlage nach jetzt schon 17 Saisonspielen und dabei etlichen engen Spitz-auf-Knopf-Partien. Das Spiel von gestern war davon die erste Partie, die verlorenging. Dass so was auch mal kommen würde, musste man einkalkulieren. Wir, d.h. Mannschaft und Anhängerschaft, dürfen nicht undankbar sein. Unsere Elf hat nämlich in den meisten Spielen ansehnlichen Kombinationsfußball gezeigt, viele Tore geschossen, sich dadurch eine hervorragende Ausgangsposition für die Rückrunde erkämpft und erspielt. Das, gilt es, im Blick zu haben, darauf, gilt es, aufzubauen.