Ersatzgeschwächt ging unsere Erste gestern in das Auswärtsspiel beim Tabellendreizehnten Erlenbach. Spielertrainer Jens Fromm, der Kopf der Mannschaft, und Angreifer Artur Jurkin fehlten verletzungsbedingt. Insbesondere ab der 32. Minute wurde die ordnende Hand von Jens schmerzlich vermisst. Trotzdem gelang am Ende ein -allerdings- mühsamer 2:1-Sieg.

Man ist weiterhin Tabellenführer, jetzt mit jetzt 31 Punkten, hat aufgrund des Dreiers den 5-Punkte-Vorsprung zu den ebenfalls siegreichen Verfolgern gewahrt. Warum vor dem heutigen Spiel unser Team 28, Erlenbach dagegen erst 8 Punkte auf dem Konto hatte, konnten die Zuschauer nur in den ersten 32 Minuten erkennen. Da hatten die Unsrigen das Szepter in der Hand, kombinierten ordentlich, schossen durch Angreifer Markus Mjalov in der 8. und 23. Min. 2 schön herauskombinierte Tore. Die Erlenbacher dagegen hatten eine echte Torchance erst in der 32. Minute. Ab da riss bei uns der Faden. Die aggressiv und kämpferisch auftretenden Hausherren übernahmen nun das Kommando, erzielten in der 47. Min. den Anschlusstreffer. Weil ihre Kondition nachließ, kamen die Unsrigen ab der 75. Minute ins Spiel zurück. Die Partie verlief von da an ausgeglichen.
Das 2:1 war, auf den Punkt gebracht, ein Zittersieg. Ein ESV-„Altinternationaler“ nach dem Schlusspfiff: „Solche Schbiele gewinnsde nur, wennde owe schdesd.“ Da kann man ihm recht geben. Gastgeber und Gäste hatten im Spiel jeweils starke Phasen, konnten den Gegner aber nicht dominieren. Hätte man gestern Schach gespielt, wäre ein Remis das spielentsprechende Ergebnis gewesen. Gewonnen hat die Partie am Ende aber unsere Erste. Sie war vor dem Spiel Tabellenführer, ist es weiterhin. Vielleicht hat man aus einer solchen Position heraus tatsächlich mehr Glück als ein Kellerkind.
Zum Fußball spielen war es gestern eigentlich zu kalt und zu nass. Vor der Partie hatte es ordentlich geregnet. Das änderte sich auch während des Spiels nicht. Bis zum Schlusspfiff nieselte es leicht. Der hervorragende Erlenbacher Rasen war dadurch seifig, der Ball nahm schnell Geschwindigkeit auf.
Deswegen und, weil das Spiel mit fortschreitender Dauer kämpferischer wurde, hatte es der junge Unparteiische nicht leicht. Ein Heimschiedsrichter war er nicht. Spielbeeinflussende Fehlentscheidungen unterliefen ihm auch nicht.

Zweimal Mjalov im 1. Abschnitt

Von Beginn an spielt unsere Erste engagiert nach vorne. Bereits in der 2. Min. hat Markus Mjalov die 1. Torchance. Nach Zuspiel von Tim Strohmenger nimmt er den Ball direkt, schiesst jedoch drüber. Besser macht er es dann in der 9. Min., erzielt nach schöner Kombination das 1:0. Die Unsrigen erobern den Ball in der eigenen Hälfte. Christian Stich schaltet blitzschnell um. Mit einem gut getimten Pass über das gegnerische Mittelfeld schickt er Tim auf die Reise. Der, in diesem Moment rechts in der Erlenbacher Hälfte unterwegs, läuft noch ein paar Meter, spielt dann punktgenau in den Lauf von Markus. Der, von links eingelaufen, schießt, da in mittiger Position, aus ca. 8 Metern mit rechts flach ein. Auch danach kommen die Hausherren erst mal nicht ins Spiel. Die Unsrigen spielen weiter nach vorne, erarbeiten sich weitere Chancen. Eine davon nutzt Markus in der 23. Min. zum 2:0. Erneut kommt er nach Zuspiel von Tim in Ballbesitz, diesmal allerdings noch links draußen. Markus nimmt den Ball mit, dribbelt leicht diagonal an 3 Abwehrspielern vorbei, dringt dann rechts in den Strafraum ein. Dort schließt er aus ca. 9 Metern mit rechts flach ab. Die Kugel schlägt unhaltbar links im Kasten ein. In der 32. Min. haben die Erlenbacher dann ihre erste torgefährliche Situation. Nach einer Ecke kommt einer der Ihren aus kurzer Entfernung zum Abschluss. Die Kugel kann aber von einem unserer Abwehrspieler geblockt werden. Auch danach erarbeiten sich die Unsrigen noch Torchancen. Gefährlicher sind aber jetzt die Abschlüsse der Heimmannschaft. Kurz vor der Pause hat die 2 „todsichere“ Möglichkeiten. Unser Torwart Marcel Jamil reagiert allerdings beide Male hervorragend, kann die Schüsse aus kurzer Entfernung reaktionsschnell zur Ecke lenken.

Nach der Halbzeit bis zur 75. Minute unter Dauerdruck

De Erlenbacher haben sich in der Pause offenbar viel vorgenommen. Sofort nach Wiederanpfiff berennen sie unseren Kasten, bereits in der 47. Min. mit Erfolg. Aus kurzer Entfernung gelingt ihnen das 1:2. Auch danach läuft die Partie bis 15 Min. vor Schluss deutlich mehr in Richtung FVGS-Tor. Glücklicherweise schaffen es die Gastgeber jedoch nicht, aus ihrer kämpferischen Überlegenheit Kapital zu schlagen. Zu häufig kommt das letzte Zuspiel zu ungenau. Und wenn man doch in eine Schussposition kommt, agiert man überhastet. Oder aber unsere Hintermannschaft, Torwart und Abwehrspieler, kann mit vereinten Kräften die Situation bereinigen. In der Erlenbacher Drangphase setzen die Unsrigen nach vorne allenfalls noch Nadelstiche. Ab der 75. Min. wandelt sich das Bild dann wieder. Die Hausherren zahlen für ihr kraftraubendes kämpferisches Spiel Tribut, lassen nach. Die Unsrigen kommen ins Spiel zurück. Die Partie verläuft ab da ausgeglichen. Trotz Möglichkeiten für beide Teams fällt aber kein Tor mehr.

Fazit:

- Neben dem Doppeltorschützen Markus Mjalov hatte unser Stammtorwart Marcel Jamil -er wirkte nach seiner Verletzungspause gestern erstmals wieder mit- am meisten Einfluss auf das für uns positive Spielergebnis. Marcel agierte tadellos, hatte sehr großen Anteil daran, dass man ohne Gegentor in die Halbzeit ging. Auch im 2. Abschnitt zeigte er sich fehlerlos. Was zu halten war, hielt er.
- Unsere Mannschaft zeigte gestern ihre bislang schwächste Saisonleistung. Grund dafür war sicher mit das oben bereits genannte Verletzten-Handicap. Nicht zu übersehen war allerdings auch, dass die letzten 5 Siege, allesamt über den Kampf in engen Partien errungen, an den Kräften der Spieler gezehrt haben. Man begann souverän, ließ dann stark nach, kam bis auf Torwart Marcel Jamil in allen Mannschaftsteilen nicht an seine obere Leistungsgrenze heran. Zwar stimmte der Einsatz. Man tat sich jedoch sehr schwer gegen die aggressiv und kämpferisch auftretenden Hausherren, kam nach der 32. Minute nur noch selten ins Kombinationsspiel, lief dem spielerisch unterlegenen Gegner zeitweise sogar hinterher.
Gut täte jetzt eine „Länderspielpause“, wie sie in der Bundesliga ansteht. Da könnten körperlich und mental die Akkus aufgeladen werden. Leider ist dies aber nicht möglich. Am nächsten Sonntag in Gemünden wartet mit dem SV Altfeld schon der nächste Gegner.
- Noch nie in dieser Saison musste man als FVGS-Anhänger so viel Angst vor einer Niederlage haben wie in den 45 Minuten, in denen die Erlenbacher am Drücker waren. Dass unsere Erste trotzdem als Sieger vom Platz ging, hatte mit Willen, aber auch mit Glück zu tun. „Gewankt hat er, gefallen ist er aber nicht.“ So beurteilte der Spielertrainer der Heimmannschaft laut Main-Post „den Auftritt des Tabellenersten“ in Erlenbach. Diese Einschätzung war absolut zutreffend.