Als „ein ganz schweres Werk“ bezeichnete Spielertrainer Jens Fromm den Aufwand, den unsere Erste gestern in Helmstadt betreiben musste, um gegen den Tabellennachbarn mit 2:0 zu gewinnen. Wie in der letzten Runde lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe mit dem besseren Ende für uns. Unsere Mannschaft gewann wie in der letzten Saison, weil sie - diesmal - 2 Tore erzielte, der Gegner dagegen seine Torchancen erneut nicht nutzte.

Trotz einer 2:0-Führung verlor man allerdings die Spielkontrolle. Insbesondere nach der Auswechslung von Spielertrainer Fromm in der 59. Minute geriet man unter Dauerdruck Die Hausherren hatten eine Vielzahl von Torchancen, vor allem nach Ecken, aber auch aus dem Spiel heraus. Wir dagegen kamen nur noch zu Konterchancen.
Über das ganze Spiel gesehen hatten die Gastgeber sogar ein Chancenplus. Vor dem Tor agierten sie jedoch glücklos, manchmal überhastet. Und was aufs Tor kam, wehrte unser Torwart Marcel Jamil, der einen Sahnetag hatte, souverän ab. Dem Spielverlauf und den Torchancen nach wäre ein Unentschieden in Ordnung gegangen. Am Ende siegte jedoch unsere Erste, weil sie im Abschluss effizienter agierte, dem Dauerdruck der Helmstädter im 2. Abschnitt standhielt und das nötige Quäntchen Glück hatte. Man steht jetzt (eine im Fußball ganz seltene Konstellation) mit Birkenfeld punkt- und torgleich auf Tabellenplatz 1.
Zum Fußballspielen war es gestern viel zu warm. Die Sonne brannte die ganze Partie über erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel. Die Spieler beider Teams waren beim Schlusspfiff ersichtlich „geschafft“.
Der Unparteiische, ein erfahrener Schiedsrichter mit dem Hang zur Theatralik, hatte keinerlei Schwierigkeiten mit der Spielleitung. Beide Teams gingen fair miteinander um. Manchen seiner Pfiffe verstanden allerdings weder Spieler noch Zuschauer. Das Spiel beeinflussende Schnitzer machte er aber nicht.

Abwehrspieler Julian Ködel bringt die FVGS in Führung

Im 1. Durchgang sahen die Zuschauer eine ausgeglichene Partie. Torchancen gab es hüben wie drüben. Etwas mehr Ballbesitz hatten die Unsrigen. Die spielten in der eigenen Hälfte gewollt auf Sicherheit, was jedoch bisweilen dazu führte, dass man nach vorne zu langsam agierte. Zur ersten Helmstädter Torannäherung kam es in der 6., zur ersten von uns in der 8. Min.. Bis zum Pausenpfiff erarbeiteten sich beide Mannschaften dann wechselweise Torchancen. Bis zur 30. Min. waren wir da im Vorteil, danach der Gastgeber. In der 29. Min. bekamen wir rechts einen Freistoß. Torentfernung diagonal ca. 20 Meter. Artur Jurkin führte aus. Sein abgefälschter Ball touchierte die Querlatte. Zwischen der 30. und 40. Min. hatte der Gegner 3 sehr gute Torchancen. Etwas überraschend gingen wir dann in der Nachspielzeit der 1. Hälfte (45. + 1) in Führung. Nach einer Ecke von uns bringen die Helmstädter die Kugel nicht aus der Gefahrenzone. Einen ersten Schuss pariert ihr Torwart. Er kann den Ball allerdings nicht festhalten, wehrt nach vorne ab. Bei unserem (ersten) Nachschuss rettet ein Verteidiger auf der Linie. Sein Notschlag gerät zur „Vorlage“ für Julian Ködel. Als einer unserer 2 (einzigen) groß gewachsenen Spieler ist er bei eigenen Ecken meist am gegnerischen Strafraum, in diesem Moment mittig etwa auf Höhe der 16-er-Linie. Er nimmt den Querschläger volley, drischt den Ball mit rechts flach aufs Tor. Die optimal getroffene Kugel geht durch Freund und Feind hindurch, kommt mittig aufs Tor. Trotzdem ist der gegnerische Torwart ohne jede Abwehrchance. Der Ball hat einfach zu viel Speed. Unmittelbar danach erfolgt der Pausenpfiff.

Markus Mjalov legt das 2:0 nach

Nach Wiederanpfiff machen die Gastgeber sofort Druck. Erfolgreich im Abschluss sind aber die Unsrigen. Markus schließt in der 52. Min. einen Konter mit dem 2:0 ab, ein Tor, an dem alle 3 Torjäger von uns beteiligt sind. Artur dringt von links in den Strafraum ein, hämmert den Ball aus ca. 15 Metern mit seinem starken linken Fuß ans Lattenkreuz. Tim, in diesem Moment rechts im Strafraum, erobert die ins Feld zurückspringende Kugel, behält die Übersicht. Er spielt nach links zu Markus, der die Kugel im Strafraum in mittiger Position annimmt und aus ca. 6 Metern mit rechts flach einschießt. Wer nun dachte, die Helmstädter würden sich aufgeben, sah sich getäuscht. Sie resignieren nicht. Im Gegenteil: Sie drängen jetzt erst recht, machen Druck bis zum Schlusspfiff. Die Unsrigen dagegen verlieren nach und nach ihre taktische Linie, die Orientierung in der Defensive. Insbesondere nachdem Spielertrainer Fromm das Spielfeld verlassen hat (59. Min.), geraten sie defensiv zeitweilig gehörig ins Schwimmen. Mit vereinten Kräften gelingt es jedoch, ein Gegentor zu verhindern. Ein Ball der Hausherren landet an der Querlatte, ein anderer wird noch von der Linie gekratzt. Was sonst aufs Tor kommt, auch „Unhaltbare“, wird an diesem Tag Beute unseres super starken Torwarts Marcel Jamil. In den letzten 30 Min. haben die Hausherren dann ein deutliches Chancenplus. Wir kommen nur noch zu Konterangriffen. Einen davon schließt Tim in der 70. Min. aus ca. 16 Metern mit einem gefühlvollen Heber über den Torwart ab. Der gut getimte Ball findet den Weg ins Tor jedoch nicht, weil ein Abwehrspieler auf der Linie noch akrobatisch klären kann. Danach gibt es bis auf einen Alleingang von Tim in der 78. Min. nur noch Helmstadter Torchancen. Es bleibt allerdings beim 2:0 für uns.

Fazit:

- Von der Einstellung her hat gestern alles gepasst. Unsere Erste hat sich den Sieg im Wortsinne „erkämpft“. Zwar verlor man trotz 2:0-Führung nach der Auswechslung von Spielertrainer Fromm die defensive Ordnung. Man warf jedoch kämpferisch alles in die Waagschale, hielt dem Helmstadter Dauerdruck stand, belohnte sich am Ende.
- Spieler des Spiels war auf unsere Seite Torwart Marcel Jamil. Er war stets konzentriert, hielt im 2. Abschnitt mehrere „Unhaltbare“. Und das, obwohl er nicht ganz fit in die Partie gegangen war. Zudem: Sein 2. Zu-Null-Spiel in Folge.

- Am kommenden Sonntag folgte ein weiteres Auswärtsspiel. Gegner ist da Karlburg II, eine Mannschaft, die, wie die die Ergebnisse der letzten Runden zeigen, unserem Team überhaupt nicht liegt. Ein schwerer Gang, erst recht, wenn die Karlburger wie gegen Helmstadt ihre Mannschaft mit Akteuren aus dem Bayernligakader „tunen“ sollten. Aber: Ängstlich auftreten muss unsere Erste trotzdem nicht. „...Gemünden ist eine spielstarke Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern, die uns alles abverlangen werden…“ Wird unser Erste diesem Kompliment im Helmstadter „FV-Kurier“ von gestern auch in Karlburg gerecht, werden die es am Sonntag jedenfalls nicht leicht haben.