Vor der Saisonrekordkulisse von knapp 200 Zuschauern hatte die FVGS Schwerstarbeit zu verrichten, um im siebten Saisonspiel den sechsten Sieg einzufahren. Torjäger vom Dienst Tim Strohmenger erlöste die Roten in der 80. Minute mit seinem goldenen Tor.

Bei schwierigen Platzverhältnissen und angenehmen Temperaturen traf man im Derby auf Steinfeld/Hausen-Rohrbach. Zuvor hatten sich die Zweitvertretungen 1:1 getrennt. Coach Jens Fromm war wieder einsatzbereits, ebenso mit Jan Vogt der stärkste Abwehrmann des Tabellenzweiten. Die FVGS musste nur auf den urlaubenden Robert Erfurt verzichten. Im gewohnten 4-3-3 ging die Heimelf die Partie an, musste aber schon früh feststellen, dass es mit schwungvoller Offensive an diesem Tag schwer werden würde.

Falsche Mittel gegen tief stehende Gegner

Wie schon bei ihren überraschenden Punktgewinnen gegen Leinach und Helmstadt hatte Neu-Trainer Philipp Hölzer seinem FVSHR eine Defensivtaktik verordnet und das Angriffstrio der FVGS seines Elans zu berauben. Mit Kontern über die schnellen Spitzen, zu denen Hölzer selbst auch zählte, wollte man Nadelstiche setzen und die in dieser nicht immer sattelfeste FV-Defensive überrumpeln. Diesen Schachzug hatte Fromm natürlich eingeplant und trug seiner Elf daher eine zuverlässige Konterabsicherung auf.
Die FV Gemünden/Seifriedsburg kam gut in die Partie und hatte in den ersten zehn Minuten gleich zwei gute Gelegenheiten, die Tim Strohmenger und Artur Jurkin allerdings vergaben. Schon früh kristallisierte sich heraus, dass Steinfelds Keeper Simon Burkard einen Sahnetag erwischen und über sich hinauswachsen würde. Als es nicht gleich mit dem Führungstor klappte, wählte die Angriffsmaschinerie der Heimelf zu oft die falschen Mittel. Statt es mit Kombinationsspiel zu versuchen - was auf dem trockenen Platz zugegebenermaßen auch schwierig war - ging man viel zu oft ins 1-gegen-1 und blieb so an der vielbeinigen und zweikampfstarken Abwehr der Gäste hängen. Der besser postierte Nebenmann wurde einige Male übersehen. Dieses Angriffsverhalten spielte den Gästen natürlich voll in die Karten, denn so konnten Ballgewinne herbeiführen und ihre Konter starten, die aber zumeist versandeten.
In der Folge ergaben sich so kaum Torchancen. Das Spiel wurde zwar intensiv geführt und war auch für die Zuschauer nicht langweilig, aufregend wurde es im Strafraum aber nur selten.

Jamil glänzend - Strohmenger mit etwas Glück

Für die zweite Halbzeit nahm man sich folglich vor, wieder besser den Ball laufen zu lassen und die präsente Deckung der Gäste somit in Bewegung zu bringen. Außerdem wollte man die Steinfelder eher attackieren und so selbst zu schnellen Ballgewinnen zu kommen, die dann in überfallartigen Gegenstößen münden sollten. Dies gelang gut, denn Steinfeld musste immer häufiger zu Foulspielen greifen und so kam der Tabellenzweiten auch zu Chancen. Die wohl größte vergaben Artur Jurkin und Markus Mjalov in Co-Produktion, als man sich zu ungenau den Ball zuschob und daher die Riesenchance aus wenigen Metern zunichte machte.
Und wie es dann so läuft: wenn du es vorne nicht machst, brauchst du dich nicht zu beschweren, wenn es hinten einschlägt. Dass dies dennoch nicht passierte, lag an zwei herausragenden Aktionen des ansonsten relativ beschäftigungslosen FV-Schlussmanns Marcel Jamil. Die FV ließ sich bei einem Konter überrumpeln und Lukas Gröbner steuerte von halbrechts auf den Kasten der Heimelf zu. Jamil konnte des Schuss zur Seite ablenken. Dort lauerte aber schon Philipp Hölzer und drückte den Ball, allerdings etwas zu unentschlossen, in Richtung Torlinie. Jamil rappelte sich auf und fischte den Ball aus dem Toreck. Bei einem Rückstand wäre ein Sieg gegen abwehrstarke Steinfelder wohl zur Utopie geraten, womöglich sogar ein Punkt futsch gewesen. So aber blieb alles offen und die Fromm-Elf behielt die Ruhe.
Zehn Minuten vor dem Ende unterlief dann der Gästeelf ein folgenschwerer Fehler. Am eigenen 16er verlor man den Ball. Artur Jurkin bediente Tim Strohmenger, der mit seinem leicht abgefälschten Schuss den bravouräsen Simon Burkard im Tor des FVSHR endlich überwinden konnte. Entsprechend groß war der Jubel auf der Gemündener Ehrentribüne. Der Rest war nur noch Kampf und Verteidigung der Führung, was letzten Endes gelang.

Wochen der Wahrheit folgen

Trotz des Sieges muss es der Mannschaft gelingen, in Zukunft etwas cleverer zu agieren und den besser postierten Nebenmann in Szene zu setzen. Dann gelingt gegen eine solch harte Nuss wie es der FV Steinfeld/Hausen-Rohrbach war, vielleicht auch eher die Führung. Nun kommen für die FVGS die Wochen der Wahrheit mit Spielen gegen Mitfavorit Helmstadt, die bayernligaverstärkten Karlburger und Überraschungsspitzenreiter SV Birkenfeld.