Drei schwer erkämpfte Punkte fuhr unsere Erste am Sonntag gegen Relegations-Aufsteiger Duttenbrunn ein. Da Konkurrent Birkenfeld in Halsbach 3:1 gewann, ist man wegen der um 1 Tor schlechteren Tordifferenz jetzt wieder Tabellenzweiter.Der Sieg gegen einen robust einsteigenden, willensstarken Gegner war nach Spielverlauf und Chancenverhältnis verdient, kam am Ende aber etwas glücklich zustande

Die Duttenbrunner spielte auf ihrem kleinen Platz taktisch sehr diszipliniert. Sie attackierten die Unsrigen nicht vor der Mittellinie, standen hinten und im Mittelfeld sehr massiert. Dadurch gab es für unsere Angreifer in der gegnerischen Hälfte zumeist nur wenig Raum. Nach vorne praktizierte Duttenbrunn erfolgreich „Kick and Rush“. Vornehmlich der zentrale Abwehrspieler mit der Nr. 5 spielte präzise lange Bälle nach vorne, wo die Nr. 9, ein superschneller Mann mit sehr guter Schusstechnik, sofort aufs Tor ging, so auch das 1:1 erzielte. Trotzdem: Die Unsrigen hätten die Partie schon in den ersten 30 Minuten vorentscheiden können. Chancen dazu gab es genug.

Im 2. Abschnitt verlief das Spiel dann ausgeglichener. Der Gegner war gerade da offensiv jederzeit gefährlich. Unser Sieg hing am seidenen Faden. Besonders nach dem 2:2 tat sich unser Team insgesamt schwer.Das Wetter meinte es gut mit den Akteuren. Es war warm, aber nicht zu warm. Allerdings wehte besonders in der 1. Halbzeit ein heftiger, den Flug des Balles mitunter beeinflussender Wind. Der Boden war hart, trotzdem ordentlich bespielbar.Die muntere Partie wurde im Großen und Ganzen ordentlich geführt. Die Duttenbrunner spielten aber deutlich körperlicher, waren aggressiver als die Unsrigen. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff kam es an der Mittellinie kurzfristig zu einer Rudelbildung, nachdem offenbar böse Worte gefallen waren. Das Ganze löste sich dann aber auf, da auf beiden Seiten die Besonnenen die Oberhand behielten. Der junge Unparteiische, kein „Heimschiedsrichter, hatte das Spiel jederzeit im Griff. Etliche seiner Entscheidungen wurden von Duttenbrunner Zuschauern kritisch, manche auch abfällig kommentiert. Er zeigte keinem unserer, aber 3 gegnerischen Spielern die Gelbe Karte, auch deren Trainer.

Duttenbrunn gleich umgehend aus

Von Beginn an war unsere Erste hellwach, erspielte sich gute Torchancen. Bereits in den ersten 5 Minuten schlossen Tim Strohmenger und 2x Markus Mjalov vielversprechend ab. Zählbares kam dabei aber nicht heraus. In der 10. Min. dann die erste Duttenbrunner Torchance. Bis zu unserem 1:0 in der 26. Min. hatten beide Mannschaften weitere gute Torchancen, wir 4, der Gegner 3. Dem 1:0 von Tim geht ein vertikales Zuspiel von Spielertrainer Jens Fromm voraus. Tim, bei der Ballannahme noch außerhalb des Strafraums und mit dem Rücken zum Tor, bekommt die Kugel schließlich unter Kontrolle, kann sich drehen und vollendet aus ca. 10 Metern, da in mittiger Position, mit rechts flach in die Tormitte. Die Freude über den Treffer währt aber nur ganz kurz. Denn der Gegner gleicht postwendend, in der 27. Min., aus. Sein Torwart hat weit abgeschlagen. Etwa 20 Meter vor unserem Tor kommt der Ball herunter. Dennis Gleiß und der starke gegnerische Stoßstürmer liefern sich einen Zweikampf um die Kugel. Den gewinnt der Duttenbrunner und zieht sofort mit rechts ab. Sein platzierter Flachschuss aus ca. 18 Metern schlägt genau neben unserem Torpfosten ein. Danach gibt es weitere ordentliche Torchancen, hüben wie drüben, 4 für uns, 2 für Duttenbrunn. Das 1:1 zur Pause war bezogen auf die Torchancen für die Heimmannschaft schmeichelhaft.

Mjalovs Fallrückzieher-Tor zum Sieg

Auch nach Wiederanpfiff spielte unsere Erste weiter engagiert nach vorne. Bereits bis zur 50. Min. hatten Tim und 2x Artur Jurkin gute Torchancen, auf 2:1 zu erhöhen. Duttenbrunn kam da 1x vielversprechend vor unser Tor. In der 58. Min. dann endlich das 2:1 für uns. Torschütze: Artur. Der Gegner ist in diesem Moment im Angriff, steht hinten daher nicht so massiert wie üblich. Die Unsrigen erobern den Ball in der eigenen Hälfte, schalten blitzschnell um, fahren einen Konter. Christian Stich bedient Artur mit einem präzisen langen Zuspiel. Der, da mittig ca. 30 Meter vor dem Tor, nimmt den Ball elegant an und löst sich von seinem Abwehrspieler. Dann dringt er in den Strafraum ein, umkurvt den herauslaufenden Torwart und schiebt den Ball mit links ins leere Tor. Auch dieser Treffer bricht den Willen der Duttenbrunner jedoch nicht. Sie lassen nicht nach. Im Gegenteil: sie drängen mehr als zuvor auf unser Tor, versuchen unverdrossen, ihr 2. Tor zu schießen. Das gelingt dann in der 75. Min. auch. Nach einer Ecke bekommen die Unsrigen den Ball nicht aus der Gefahrenzone vor und im Strafraum. Es geht hin und her. Ein Duttenbrunner schließt schließlich aus ca. 16 Metern flach ab. Durch viele Spieler hindurch geht die Kugel unhaltbar ins Eck. Danach verläuft die Partie wie in der meisten Zeit der 2. Hälfte auf Augenhöhe. Sowohl Duttenbrunn als auch wir haben Chancen zum 3:2. Dies gelingt letztlich uns durch Markus in der 88. Min.. Wir erhalten mittig ca. 18 Meter vor dem Tor einen - nur aus Sicht der einheimischen Zuschauer - nicht berechtigten Freistoß. Christian führt aus, schlenzt den Ball über die Mauer hinweg an die Querlatte. Von dort springt der ins Feld zurück. Unter den vielen Spielern im Strafraum schaltet Markus am schnellsten. Mit dem Rücken zum Tor wagt er aus ca. 6 Metern einen Fallrückzieher. Ohne weitere Berührung geht der gefühlvoll getretene Ball ins Netz. Danach passiert hinüber und herüber nichts mehr. Der Schiedsrichter pfeift pünktlich nach 90 Min. ab.

Fazit

- Das Spiel der Duttenbrunner lebt ganz von der Qualität der 3 Leibold-Brüder, ist mannschaftlich auf sie zugeschnitten. Sie sind sämtlich Mannschaftsspieler, schnell, handlungsschnell, spielstark. Der Stoßstürmer, gleichzeitig der Torschütze zum 1:1, verfügt zudem über eine sehr gute Schusstechnik.

- Das Defensivverhalten unserer Mannschaft war gestern insgesamt nicht optimal. Man hatte ein nicht ausgleichbares Schnelligkeitsdefizit gegenüber dem gegnerischen Stoßstürmer, kam mit dem „Kick and Rush“ der Duttenbrunner insbesondere im 2 Abschnitt nur schwer zurecht. Trotzdem: Bei konsequenter Chancenverwertung hätte man bereits in der 1. Halbzeit eine Vorentscheidung herbeiführen können.

- Routinier Christian Stich war gestern sehr gut drauf. Er war Aktivposten im Mittelfeld, überall zu finden. Zudem war er vor den Toren zum 2:1 und 3:2 als letzter vor dem Torschützen am Ball. Seine Laufleistung war - sorry Christian - angesichts seines Alters einfach überragend.

- Bisher spielte unsere Erste bis auf Leinach gegen Teams aus der 2. Tabellenhälfte. Jetzt kommen andere Kaliber. Man wird sehen, ob Durchschnittsleistungen dann ausreichen, um als Sieger vom Feld zu gehen.