Die FVGS hat in Leinach knapp den vierten Sieg in Folge verpasst. Erst in der 84. Minute gelang dem FC Leinach der, allerdings verdiente, Ausgleich zum 1:1. Man merkte der Gästeelf von Beginn ihre Offensivfreude an. Obwohl mit Spielertrainer Jens Fromm ein kreativer Geist nur von außen coachen konnte, beherrschte man in den ersten 20 Minuten den Gegner klar.

FVGS mit Schwung zum 1:0

Bis zur Trinkpause hatte die FVGS bereits sechs Torschüssen zu verzeichnen, die zunächst aber zu zentral auf das Tor flogen. Eine starke Einzelaktion von Artur Jurkin, der gleich mehrere Gegner stehen ließ und dann auf den völlig freien Mjalov ablegte, brachte dann die Gästeführung. Mjalov legte sich den Ball nochmals zurecht und traf dann herrlich ins lange Eck. Patrick Meier streckte sich vergebens.

Die Trinkpause bedeutete dann aber seltsamerweise einen Bruch im FVGS-Spiel. Leinachs Coach Geißner redete in dieser Phase energisch auf sein Team ein und fortan war der Relegant der letzten Saison präsenter auf dem engen Leinacher Platz. Zunächst ging es für den FCL darum, sich mehr Spielanteile zu sichern. Chancen sprangen zunächst nicht heraus. Peu à peu verschob sich aber das Spiel in die Hälfte der FVGS, die insgesamt zu passiv wurde und die Bälle zu schnell wieder hergab. Die Stürmer konnten die Bälle nicht mehr festmachen, so dass die Defensive der Gäste kaum noch nachrücken konnte.

Kurz vor der Pause wäre der FCL mit der ersten echten Chance fast zum Ausgleich gekommen. Ein weiter Freistoß von Bastian Konrad flog an Freund und Feind und eben auch haarscharf am Pfosten vorbei. So blieb es beim insgesamt gerechten 0:1 zur Pause, weil die FVGS bis zur 20 Minute klar überlegen war.

Leinach beißt sich ins Spiel hinein

Der Trend des Endes der ersten Halbzeit setzte sich aber im zweiten Durchgang fort. Leinach wurde noch energischer und verzettelte die FVGS in zahlreiche Zweikämpfe. Die Standardstärke und vor allem die Lufthoheit sollten die entscheidenden Trümpfe der Leinacher werden. Auch Schiedrichter Höpfner trug mit seltsamen und manchmal inkonsequenten Entscheideungen dazu bei, dass die Nickeligkeiten im Spiel zunahmen und der Spielfluss darunter litt. Chancen gab es immer noch kaum.

Nachdem Leinach schon früh Maximilian Weidner ersetzen musste, erwischte es nach der Pause auch den starken Jan Vogt auf Gästeseite. Johannes Scholz ersetzte ihn und brachte vor allem etwas Kopfballstärke ins Gästeteam. Dennoch geriet man weiter unter Druck, weil Leinach nun konsequente ihre wuchtigen Offensivkräfte suchte und mit Robustheit in den FV-Strafraum wollte. Das eröffnete den Gästen eigentlich Konterräume, doch die wurden nicht gut genutzt. Die beste Chance hatte noch Artur Jurkin. FV-Kapitän Strohmenger hatte sich durch energischen Einsatz an der Auslinie den Ball erkämpft und Jurkin bedient. Dieser tanzte seinen Gegner aus, schloss dann aber mit seinem schwächeren rechten Fuß zu unplatziert ab, so dass Meier keine Probleme hatte.

Ab der 70. Minuten läutete Leinach die Schlussoffensive ein. Die FVGS konnte sich nur noch selten befreien. Vor allem Kevin Klisch drehte nun auf und warf sich in die Zweikämpfe. Nach Konrads zu hoch angesetztem Seitfallzieher war es der Leinacher Torjäger, der zweimal zu hoch zielte. Der Schuss in der 76. Minute war aber schon knapp und sollte eigentlich als deutliches Warnsignal für die Gäste dienen. Sechs Minuten vor dem Abpfiff erzielte der 10er dann den verdienten Ausgleich. FVGS-Aufbauspieler Christian Stich hatte sich an der Seitenlinie angeboten, wurde aber nicht angespielt. Der Ball wurde stattdessen im Mittelfeld verloren und Klisch war nun ungedeckt. Er wurde auf die Reise geschickt und traf mit seinem Flachschuss ins lange Eck.

Leinachs Coach Geißner witterte nun die Chance auf einen Dreier und feuerte seine Jungs an, doch es war eher die FVGS, die den Siegtreffer noch hätte erzielen können. Zunächst hatte der FCL gar Glück, als Jurkin im Strafraum der Heimelf klar getroffen wurde, die Pfeife aber stumm blieb. Nur eine Minuten später wurde Jurkin im Strafraum freigespielt, dribbelte nach innen und zog herrlich auf das lange Eck ab. Patrick Meier streckte sich und fischte den Linksschuss mit einer Glanztat aus dem Eck.

Somit blieb es beim insgesamt gerechten Remis. Die Heimelf hat ihre personelle Schwächephase nun überwunden und immerhin sowohl gegen Helmstadt als auch gegen die FVGS nicht verloren. Die Gäste verpassten es, den Vorsprung auf sieben Punkte auszubauen, können aber nach dem Spielverlauf ebenso mit dem Punkt leben.