Unser Flaggschiff schwächelt. Nach einer furiosen Hinrunde agiert man derzeit glücklos, sucht seine Form und ist seit nunmehr vier Spielen ohne Sieg. Wie im Heimspiel gegen Karlburg II und der Partie in Steinmark schaffte man es erneut nicht, die durchaus vorhandenen Chancen in Tore umzumünzen.

Die insbesondere in offensiven Standardsituationen gefährlichen Altfelder, bei denen unser früherer Spieler Benedikt Strohmenger diesmal nicht als spielender Trainer, stattdessen allein an der Linie wirkte, zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung, hatten zudem in ihrem Kapitän Gebert einen überragenden Strategen im Mittelfeld. Da sie den Ball einmal mehr ins gegnerische Tor schossen, geht der Sieg in Ordnung.

Oberflächlich betrachtet war der Platz in Gemünden gut bespielbar. Dieser Eindruck täuschte jedoch. Etliche Bälle versprangen. Die Ball-An- und Mitnahme war dadurch für alle Akteure nicht einfach. Obwohl sich ein Altfelder Spieler kurz vor dem Halbzeitpfiff schwer verletzte und mit der Bahre in die Kabine getragen wurde, und trotz des Platzverweises eines Altfelder Innenverteidigers in der 60. Minute wurde das Spiel von beiden Seiten anständig und fair geführt. Der Schiedsrichter bot eine souveräne Leistung. Er pfiff tadellos und war absolut Herr der Lage. In beiden Halbzeiten ließ er angemessen nachspielen.

 

0:1 in der Nachspielzeit der 1. Hälfte

Zwar waren die Altfelder eher defensiv eingestellt. Im Unterschied zu den Gegnern der beiden letzten Spiele (Karlburg II; Esselbach/Steinmark) waren sie aber durchaus gewillt und fähig, auch mit flottem Kurzpassspiel in unsere Hälfte zu gelangen. Nichtsdestotrotz hatten sie erst in der 20. Minute nach einer Ecke die erste echte Torchance. Bis dahin hatten die Unsrigen bereits deren zwei, in der 3. Minute eine durch Markus Mjalov, in der 8. eine durch Artur Jurkin. In der 32. Minute dann die erste Altfelder Chance aus dem Spiel heraus. Ab da passierte hüben und drüben erstmal nix mehr. Man belauerte und neutralisierte sich, ohne richtig gefährlich zu werden. Kurz vor dem Pausenpfiff dann die oben bereits erwähnte Verletzung eines Altfelder Spielers. In der daraus resultierenden Nachspielzeit war unsere Abwehr für einen Moment nicht aufmerksam. Folge: Die Altfelder nutzen dies und erzielen nach schöner Kombination über links aus kurzer Entfernung das 1:0. Dieses Ergebnis entsprach nicht dem Spielverlauf. Sichtbar war allerdings, dass unser Offensivspiel im Mittelfeld zu behäbig und ohne Überraschungseffekt angelegt war, das Zuspiel zudem öfter nicht genau genug.

 

Trotz Leistungssteigerung nach der Pause erneut kein Punkt

Aus der Kabine kam unsere Erste mit 3 neuen Spielern. Jascha Zügner, Tobias Haupt und Konrad Scholz ersetzten Lukas Lutz, Attila Aydogdu und Edgard Sack. Man merkte jetzt, dass die Mannschaft „wollte“. Wie zuletzt spielte man jedoch verkrampft, insbesondere, was das Angriffsspiel, da die Verwertung herausgespielter Chancen betraf. Nichtsdestotrotz gelang Tim Strohmenger in der 58. Minute im Strafraum ein schöner Heber, der aber knapp rechts am Tor vorbeiging. Ab der 60. Minute bis zum Abpfiff war unsere Mannschaft dann einen Mann mehr. Einer der Altfelder Innenverteidiger sah da „Rot“, als er Artur, der mit dem Ball an seinem „guten“ Fuß auf dem Weg in den Strafraum war, kurz vor der Strafraumgrenze rüde von den Beinen holte. Der sich daraus ergebende Freistoß ging übers Tor. In der 63. Minute eine erneute Chance für Tim. Er, in diesem Augenblick ca. fünf Meter links vor dem Tor, kommt mit rechts zum Abschluss, trifft allerdings nicht ins Tor, sondern schießt den gegnerischen Schlussmann an. Weitere Abschlüsse durch Markus (65. Minute) und Tim (75. Minute) bleiben ebenso erfolglos. Anders dagegen die Altfelder. Sie werden jetzt trotz Unterzahl wieder gefährlich. In der 80. Minute kann unsere Abwehr einen Ball gerade noch von der Torlinie kratzen. In der 83. Minute ist es dann aber soweit. Der gegnerische Kapitän versenkt einen Freistoß aus linker Position zielgenau ins rechte Toreck. Vorausgegangen war ein Foulspiel eines unserer Abwehrspieler ca. zwei Meter vor der Strafraumgrenze. Trotz dieses Nackenschlags versuchten die Unsrigen weiter, zum Torerfolg zu kommen. Mit Erfolg. In der 90. Minute verkürzt Tim auf 1:2. Markus spielt ihm den Ball von links zu. Tim, der sich in diesem Moment links im Strafraum befindet, schießt aus ca. acht Metern mit rechts ein. In der 5-minütigen Nachspielzeit gelingt der Ausgleich jedoch nicht mehr.

Fazit:

  • Unsere Spieler agieren derzeit ohne jegliches Selbstvertrauen. Sie sind hoch verunsichert.
  • In der 1. Spielhälfte spielte die Mannschaft ohne Herz, in der 2. mit. Die Verkrampfung löste sich dadurch aber nicht. Das nötige „Quäntchen Glück“ hatte der Gegner.
  • Den Überzahlvorteil ab der 60. Minute konnte die Unsrigen nicht nutzen.
  • Trotz Tim Strohmengers Tor haben unsere Sturmspitzen nach wie vor nicht die Form der Hinrunde.
  • „Uns fehlt im Augenblick ein bisschen die Leichtigkeit, Tore zu erzielen. Chancen waren genug da, aber wir spielen im Augenblick sehr verkrampft. … Wir hatten in der Vorrunde viele gute Erlebnisse. Jetzt müssen wir auch in solch einer Situation zusammenstehen.“ Diese Einschätzungen unseres Trainers Thorsten Legedza gegenüber der Main-Post sind absolut zutreffend. Jetzt müssen alle, d.h. Mannschaft, Trainer, Vorstandschaft und Anhänger, zusammenstehen.