Vor der Pause zurückgeschlagen

29.07.2018 | Im Glutofen Gemünden zeigten beide Mannschaften dennoch ein passables Kreisliga-Spiel, bei die FVGS auf Grund starker Phasen vor und nach der Pause als Sieger hervorging. Einmal mehr waren die Youngster der Heimelf auch die Schützen der Legedza-Elf. Helmstadt aber war dennoch gut im Spiel, belohnte sich aber mangels Zielstrebigkeit nicht und musste etwas unglücklich ohne Punkte wieder die Heimreise antreten.

FVGS antwortet mit Doppelschlag

Auf dem etwas löchrigen und harten Platz in Gemünden kamen beide Mannschaften gut in die Partie. Von Beginn an gingen beide Teams ein ordentliches Tempo und sorgten für Bewegung in der gegnerischen Hälfte. Der Heimelf gelang dabei zunächst deutlich besser, sich in Szene zu setzen. Vor allem Kapitän Tim Strohmenger und der quirlige Markus Mjalov waren von der Helmstadter Defensive kaum zu fassen. Strohmenger setzte schon nach fünf Minuten zu einem Solo im Zentralbereich an und schloss mit links ab. Der Ball flog nur knapp rechts vorbei.

Die FVGS musste aber stets auf der Hut sein, nicht zu euphorisch und dadurch zu offen anzugreifen, denn Helmstadt konterte blitzschnell und überbrückten das Mittelfeld mit wenigen Pässen oder einem langen Ball. Die erste Gästechance ereignete sich aber nach einem Eckball von rechts, den Kevin Schmidt erreichte und gegen die Laufrichtung von Marcel Jamil platzierte. Doch der Neuzugang aus Gössenheim machte sich lang und parierte den Kopfball zur Seite (12.).

Dem 1:0 deutlich näher war aber die heimische FV. Strohmenger hatte dabei reichlich Pech bei seinen Abschlüssen. Nach einem Slalomlauf von Mjalov durch die halbe FV 05-Abwehr folgte der Querpass, der nur abgefälscht, aber nicht geklärt werden konnte Strohmenger musste den Ball nur noch einschießen, geriet aber in Rücklage und zielte dadurch zu hoch. Das hätte die Führung sein müssen. Wenig später hatte er dann Pech. Jan Vogt setzte sich stark auf dem rechten Flügel durch und flankte scharf auf den ersten Pfosten, wo Strohmenger den Kopf hinhielt. Er köpfte dabei den stark reagierenden Wander an den Handschuh, von wo der Ball an den Pfosten und dann ins Aus prallte.

Ein 1:0 nach 20 Minuten war eigentlich die logische Folge, doch nach den Strohmenger-Chancen kamen die Gäste besser in dei Partie. Aydogdu holte sich früh den gelben Karton ab und wirkte fortan etwas gehemmt. Die starken Leistungen in der Vorbereitung konnte der Neuzugang noch nicht ganz bestätigen. Gegen Mitte der ersten Halbzeit wurde das Passspiel der FVGS ungenauer. Helmstadt kam so vermehrt in der gegnerischen Hälfte in Ballbesitz und versuchte es mit zahlreichen Flanken aus der Halbdistanz. Es fehlte aber an der Präzision, so dass Schmidt praktisch nie gefunden wurde.

Nach der Trinkpause aber übernahm die Holzmann die Spielgestaltung. Bei einem Klärungsversuch von Tobias Müller, der einen gegnerischen Offensivmann anschoss, hatte die FV noch Glück, der Ball flog knapp über den Querbalken. Wenig später aber gelang den Gästen die Führung, die nach den Gemündener Großchancen zu Beginn zwar schmeichelhaft, auf Grund der Leistungssteigerung aber nicht unverdient war. Matthias Hauser setzte sich stark im Mittelfeld durch und steckte auf den steil gehenden Michael Riedel durch, der Jamil mit seinem Schuss unter die Latte keine Chance ließ.

Die Reaktion der Elf von Thorsten Legedza und Jens Fromm aber war stark. Nur zwei Minuten später nutzte die FV einen verunglückten Abschlag von Helmstadt Keeper Wander, den Holzmann nur verlängern und über Umwege bei Artur Jurkin landete. Dieser tunnelte mit seinem Pass in die Tiefe einen Gegner und bediente Strohmenger, der, da er beidfüßig gleich stark abschließen kann, mit rechts einen Haken um Sebastian Menig schlug und dann herrlich mit links in den linken Winkel schlenzte. Ein Abschluss der Marke Traumtor!

Die FVGS nutzte die kurzzeitige Verwirrung und setzte sofort nach. Jurkin, der zuvor etwas unglücklich agierte, schien der Assist gut getan zu haben, denn nur wenig später schlug auch der zweite Youngster zu. Einen weiten Ball verteidigte Strohmenger körperlich robust, wobei sich die Jonas Martin und David Harant auch nicht entschlossen genug zeigten, und legte den Ball steil in den Strafraum auf seinen Sturmpartner. Von Holzmann und Menig bedrängt kam er am Fünfmetereck zum Abschluss und überwand Wander mit einem präzisen Schuss ins Eck.

Insgesamt war die FV-Führung auf Grund der besseren Chancen verdient. Doch die Gäste waren ebenfalls gut im Spiel und mussten nun den doppelten Schock erst einmal verdauen.

Bruch im Spiel nach Fromms Verletzung

Helmstadt kam mit Dampf aus der Kabine und wollte sofort den Ausgleich wieder herstellen. Die FVGS hatte immer noch nicht ihre Passsicherheit zurückgewonnen und lud die Gäste dann auch noch zu Chancen ein. Aydogdu vertändelte einen Ball 20 Meter vor dem eigenen Tor, so dass plötzlich Kevin Schmidt durch war. Unter Bedrängnis geriet sein Linksschuss aber zu harmlos, so dass Jamil sicher zupacken konnte.

Diese erste Chance wirkte aber wie ein kleines Omen auf den Rest der zweiten Halbzeit. Und vielleicht wäre das Spiel auch nochmal gekippt, hätte nicht ein gezielter Angriff der Hausherren für eine Vorentscheidung gesorgt. Der fleißige und laufstarke Sebastian Kleespies steckte auf Tim Strohmenger, der in abseitsverdächtiger Position auf Wander zulief, diesen umkurvte und sicher zum 3:1 einschoss. Das Tor sollte eigentlich Sicherheit geben, doch dem war nicht so.

Nach knapp 60 Minuten musste Stich entkräftet runter und nur acht Minuten später krachte Aufbauspieler Jens Fromm unglücklich mit einem Gegner zusammen, so dass der Routinier vom Platz musste. Ohne ihren Führungsspieler in der Dreierkette hatte die FVGS sichtlich Mühe, die Ordnung zu halten. Ihr Glück war es, dass Helmstadt die nötige Zielstrebigkeit und Kaltschnäuzigkeit vermissen ließ, um die Unordnung und Fehlpässe zu nutzen. Statt weiter ruhig zu spielen wurden auf der Heimseite viele Bälle nur noch herausgeschlagen und kamen folglich postwendend zurück.

Viele lange Bälle der Helmstadter waren aber zu ungenau und auch die Standards waren harmlos oder zu unpräzise geschlagen, so dass die FVGS trotz Unruhe nur wenig Mühe hatte, das zweite Gegentor zu verhindern. Erst in der Schlussphase wurde es nochmals eng, weil Jonas Martin eine gute Schuss- und eine ebenso gute Kopfballchance hatte. Beide Bälle flogen aber über das Tor. Auch Kevin Gersitz und vor allem Martin Holzmann (Schuss an den Innenpfosten) hätten das verdiente 2:3 erzielen können. Auf der Gegenseite ließ Strohmenger bei einem Konter eine 100%ige Chance im 1 gegen 1 gegen den Keeper liegen.

Am Ende ging der Sieg in Ordnung, war aber hart erkämpft und lange auf wackeligen Beinen, weil Helmstadt präsent war. Der Abschluss muss sich aber noch verbessern.