Im gestrigen Nachholspiel in Karlstadt spielte unsere Erste unentschieden 3:3 (2:1). Die Hausherren, die mit 3 U19-Spielern antraten, waren über die gesamte Partie ein unangenehmer Gegner, der aufopferungsvoll kämpfte und großen Einsatz zeigte. Unsere Mannschaft führte trotzdem dreimal, war allerdings letztlich nicht in der Lage, die 3 Punkte einzutüten. Trotz dieses Unentschiedens im ersten (und in der Klasse gestern auch einzigen) Spiel nach der Winterpause ist man mit 44 Punkten, d.h. mindestens 1 Punkt Vorsprung, weiterhin Tabellenführer.

Die Partie fand auf dem Karlstädter Ausweichplatz statt. Das Spielfeld dort ließ flüssiges Pass- und Kombinationsspiel nicht zu, was die Spielweise der Gastgeber („kick and rush“) begünstigte. Der Rasen, schon von Haus aus nicht übermäßig eben, war infolge der Niederschläge der vorangegangenen Tage auch noch rutschig, was bei allen Akteuren zu Standproblemen führte. Dazu blies ein heftiger Wind, der mitunter den Flug des Balles beeinflusste. Das Spiel wurde von beiden Seiten intensiv geführt, blieb aber im Rahmen. Insgesamt wirkten die Karlstädter einen Tick entschlossener. Für den erfahrenen Unparteiischen war die Spielleitung wegen der Rasenbeschaffenheit und des kämpferischen Einsatzes beider Teams trotzdem nicht einfach. Das Ergebnis beeinflussende Fehlentscheidungen traf er jedoch nicht.

Zur Pause „nur“ 2:1

Unsere Erste, die in der 1. Halbzeit ohne Markus Mjalov antrat, ging durch Tim Strohmenger bereits in der 5. Minute mit 1:0 in Führung. Auf Zuspiel von Tobias Haupt kommt Tim in mittiger Position an den Ball. Er fackelt nicht lange, schließt sofort ab. Aus ca. 16 m schlenzt er die Kugel elegant mit seinem etwas schwächeren linken Fuß halbhoch ins linke Eck. Die Hausherren stecken diesen frühen Rückstand aber gut weg, kommen ab der 10. Min. selbst ins Spiel. In der 20. Min. gelingt ihnen durch Elfmeter das 1:1. Vorausgegangen war ein Foulspiel unseres Torwarts Marcel Jamil, der eine aus dem linken Halbfeld geschlagene Flanke wegfausten wollte. Dabei rannte er, in diesem Moment außerhalb des Fünfmeterraums, einen ebenfalls zum Ball gehenden Karlstädter Angreifer um. Danach hatte Artur Jurkin, der spielfreudig auftrat, 3 sehr gute Chancen, uns wieder in Führung zu bringen. Er scheiterte aber jeweils. In der 31. Min. dann doch das 2:1 für die Unsrigen. Christian Stich verwandelt einen Elfmeter sicher mit rechts halbhoch ins linke Eck. Vorausgegangen war ein Foul an Abwehrchef Jan Vogt, der sich bis in den Strafraum durchgetankt hatte, dort in aussichtsreicher Position nur durch ein Foul zu stoppen war. Danach haben Konrad Scholz und Tim weitere Gelegenheiten, scheitern allerdings wie zweimal Artur vor dem 2:1 am überragenden Karlstädter Schlussmann.

Nach 90 Minuten 3:3

In der 47. Min. kommt der nach dem Pausenpfiff eingewechselte Markus links im Strafraum zu Fall. Der Schiedsrichter pfeift anschließend aber nicht Strafstoß, sondern zeigt Markus unberechtigt wegen „Schwalbe“ die gelbe Karte. Richtig war, dass der Unparteiische keinen Elfmeter gab. Falsch war, dass er Markus den gelben „Karton“ vor die Nase hielt. Eine „Schwalbe“ war dessen Zu-Boden-gehen nämlich nicht. In der 50. Min. gleichen die Gastgeber dann zum 2:2 aus. Im rechten Halbfeld, ca. 35 m von unserem Tor entfernt, bekommen sie einen Freistoß. Ihr Standardschütze bei ruhenden Bällen, der auch das Elfmetertor geschossen hat, hebt den Ball mit links gefühlvoll vor das FVGS-Tor. Unser Torwart, nicht groß bedrängt, kommt zwar an den Ball, wurstelt ihn dann aber irgendwie selbst über die Linie. Laut BFV-Statistik jedenfalls ein Eigentor. Danach hat Artur Jurkin 2 weitere erfolglose Abschlüsse; bevor er in der 62. Min. nach dem schönsten Spielzug der ganzen Partie das 3:2 erzielt. Seinem Torschuss mit links aus kurzer Entfernung geht ein flüssiger Kombinationsangriff voraus. Beteiligt an der Ballstafette zum Torschützen waren in dieser Reihenfolge Spielertrainer Jens Fromm, Tobias und zuletzt Tim. In der Folgezeit haben Artur und zweimal Tim weitere gute Tormöglichkeiten, bringen das „Runde“ jedoch nicht ins „Eckige“. Das rächt sich am Ende. In der 83. Min. bringt unsere Abwehr die Kugel nicht aus der Gefahrenzone im und um den Strafraum. Nach einem missglückten Rettungsversuch kommt der Ball zu einem Karlstädter, der ihn aus ca. 12 m volley nimmt und zum 3:3 unhaltbar halbhoch ins linke Eck drischt. Dabei bleibt es bis zum Ende, obwohl beide Mannschaften auf das 4. Tor gehen.

 

Fazit:

  • Die Kreisstädter spielten während der ganzen Partie „kick and rush“, Angesichts der Platz- und Windverhältnisse sicher die richtige Taktik. Die Unsrigen dagegen, spielerisch sicher besser aufgestellt, wollten wie sonst über Pass- und Kombinationsspiel nach vorne kommen. Dies gelang jedoch nur selten. Zum einen, weil der Rasen für diese Spieltaktik einfach zu schlecht war. Zum anderen, weil die Unsrigen immer wieder „hinne rum“ spielten, dadurch zu lange brauchten, bis sie den Ball nach vorne brachten. Die Hausherren hatten deswegen immer wieder genug Zeit, ihre Defensive zu stellen und die Räume in ihrer Hälfte eng zu machen.
  • Trotzdem hatten unsere Angreifer insbesondere in der 1. Hälfte weitere sehr gute Möglichkeiten, konnten diese allerdings nicht nutzen. Zumeist scheiterte man am Karlstädter Torwart, dem besten Mann auf dem Platz.
  • Unser Torwart und unsere Defensive waren dagegen gestern nicht in Bestform. Allen Toren der Hausherren gingen Patzer voraus.
  • Will unser Team das Niveau der Hinrunde erreichen, muss es sich erheblich steigern. Mehrere enge Partien gewann man da, weil man bis zum Schluss konzentriert blieb und aufopferungsvoll kämpfte. Auch da war gestern noch Luft nach oben.